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b_100_0_16777215_00___images_news_2012_06_18.jpgKindergärtenbrände sind in Deutschland selten und noch seltener ist, dass Kinder betroffen sind und gerettet werden müssen. Dennoch stellt sich die Frage, sind Kindergärten und Erzieher auf Brände vorbereitet? 220 Teilnehmer stellten sich dieser Frage bei der Fachtagung „Brandschutz und Prävention in Tageseinrichtungen für Kinder“. Das bundesweite Treffen im Rolf Engelbrecht Haus Weinheim, stand unter der Schirmherrschaft der Kinderkommission des Deutschen Bundestag. Ein Grußwort der Kinderkommission von Frau Nicole Bracht-Bendt wurde verlesen.  Dr. Volker Meyer von der MISSION SICHERES ZUHAUSE eröffnete gemeinsam mit Oberbürgermeister Heiner Bernhard die Tagung, zu der Feuerwehrangehörigen, Leiter von Kindertagesstätten und Erzieher, Brandschutzsachverständige und Brandschutzbeauftragte sich in Weinheim trafen. Die MISSION SICHERES ZUHAUSE engagiert sich für die Brandschutzpräventionen von Kindern, Menschen mit Behinderung, Senioren und Menschen mit Migrationshintergrund. In seinem Impulsvortrag „Wo steht der Brandschutz in Tageseinrichtungen für Kinder“, stellte Dr. Volker Meyer klar, dass es aufgrund der demographischen Entwicklung zukünftig immer weniger Feuerwehrangehörige geben wird und sich außerdem die Zeiten, um sich im Brandfall zu retten, verkürzen werden. Daher sind besonders Personen gefährdet, die sich nicht selbst in Sicherheit bringen können. Eines der Probleme sind die teilweise nicht vorhandenen Rechtsvorschriften. In 16 Bundesländer gelten unterschiedlichen Bau- und Feuerwehrgesetze. Außerdem ändert sich aktuell die Gefahrenlage durch mehr Kleinkinder unter drei Jahren. Durch diese Situation gibt es Unsicherheiten im Brandschutz bei allen Beteiligten wie Trägern und Betreibern, Fachplanern, Behörden und Feuerwehren.

Harald Hagen, Leitender Branddirektor und Leiter der Feuerwehr Wiesbaden, referierte über Brandereignisse, Maßnahmen und Konzepte in Kindertagesstätten. Harald Hagen hatte auch eigene Erfahrungsberichte aus den Einrichtungen mitgebracht und informierte über die erfolgreiche Umsetzung.

Über den vorbeugenden Brandschutz und Brandschutzerziehung in Kindertageseinrichtungen aus Sicht des Unfallversicherungsträgers informierte Michael Sommer von der Unfallkasse Baden Württemberg. Der Versicherungsschutz, die Verantwortung der Leitung und die Funktion des  Sicherheitsbeauftragten der Einrichtung wurden thematisiert.

Frau Elke Paulke vom Oberlin-Kindergarten der evangelischen Stadtkirchen Gemeinde Durlach stellte das Projekt: „Kerze, Flamme und Vulkan – lebendiges Feuer!“ vor. Der Kindergarten hatte einen Forschertag organisiert und viele Versuche rund um das Thema Feuer und Wärme durchgeführt. Die Faszination des Feuers wurde durch viele bildhafte Beispiele erläutert.

Frau Martina Abel von der Bundesarbeitsgemeinschaft „Mehr Sicherheit für Kinder e.V.“ war nach Weinheim gekommen, um die Teilnehmer für die Sichtweise der Kinder zu sensibilisieren. Mit ihrem Vortrag „Die Welt mit Kinderaugen sehen: Besondere Gefährdung von Kleinkindern“ brachte Sie viele Teilnehmer zum Nachdenken. Kinderunfälle sind das größte Risiko für die Gesundheit von Kindern. Sie sind die häufigste Todesursache  im Kindesalter in Deutschland und Europa. Allein in Deutschland werden jedes Jahr 6000 Kinder schwer brandverletzt.

Norbert Maier und Bernd Nussbaum aus Sigmaringen informierten zum Thema „Fit für den Ernstfall: Brandschutzaufklärung für Erzieher und Erzieherinnen“. Die Feuerwehrmänner aus Sigmaringen stellten ihr Ausbildungskonzept vor, mit dem Sie das Personal in Kindertageseinrichtungen auf mögliche Brände und Verhaltensweisen vorbereiten.

Feuerpädagoge Thomas van Hal stellte Möglichkeiten vor, wie Feuerprojekte in Tageseinrichtungen für Kinder durchgeführt werden können. Im Anschluss an die Fachtagung wurde der Vortrag in die Praxis umgesetzt. Ziel des vorgestellten Feuerprojekts ist es, das die Kinder in der Tageseinrichtung unter Aufsicht der Erzieher ihr eigenes Feuer bauen und abbrennen. Bei diesem Feuer lernt und erlebt das feuermachende Kind einen von ihm selbst gebauten und ausgelösten Brennprozess. Denn Feuer ist nicht nur zerstörerisch, sondern kann bei richtigem Umgang auch Licht ins Dunkel bringen und wärmen. Analog zu den Kindern bauten die Tagungsteilnehmer ihr eigenes Feuer aus Holz, Alufolie und Grillanzünder. Anschließend ging es auf den Sportplatz hinter das Rolf Engelbrecht Haus, wo etwa 150 Feuer entflammten.

Ralf Mittelbach von der Feuerwehr Weinheim stellte beispielhaft die Brandschutzerziehung seiner Feuerwehr in Tageseinrichtungen für Kinder vor. Ziel der Brandschutzerziehung ist es, dass Brandschutzbewusstsein der Kinder soweit zu entwickeln, dass Brände durch Unachtsamkeit oder Fehlverhalten erst gar nicht entstehen. Sollte es doch zu einem Brand kommen, sollten die Kinder nach der Brandschutzerziehung wissen, wie Sie sich selbst schützen und wie sie einen Notruf absetzen können. Den Weinheimer Brandschutzerziehern Michael Tilger und Ralf Mittelbach ist eine Kind gerechte Behandlung der Themen wichtig: Richtiges Verhalten bei einem Brand, Alarmierung der Feuerwehr ( Notruf 112 ), Feuer als Freund - Feuer als Feind, der richtige Umgang mit Zündmitteln.

In der Abschlussdiskussion der Fachtagung wurde deutlich, dass auf diesem Gebiet großer Handlungsbedarf besteht. Die Tagung konnte dazu beitragen, das Verständnis zwischen Brandschutz und Welt der Kinder weiterzuentwickeln. Die Teilnehmer waren sich einig, dass weitere Veranstaltungen der MISSION SICHERES ZUHAUSE zu diesem Thema nötig sind. Der Landesfeuerwehrverband Baden-Württemberg, der Kreisfeuerwehrverband Rhein-Neckar-Kreis, die BB Bank und der BGV / Badische Versicherungen unterstützten die Fachtagung. Die Organisation der Tagung lag in den Händen der Freiwilligen Feuerwehr Weinheim, die in diesem Jahr ihr 150-jähriges Bestehen feiert. Die Veranstaltung gehörte zum großen Jubiläumsprogramm.

Nähere Informationen zu den Veranstaltungen der Mission Sicheres Zuhause und zur Präventionsarbeit finden Sie im Internet unter http://www.mission-sicheres-zuhause.de.