150 Jahre Brandschutz in Weinheim


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Die Entstehung der Feuerwehr und auch der Freiwilligen Feuerwehr Weinheim hat viele wichtige Etappen und Ereignisse in den letzten Jahren zu Tage gebracht.

 

Die wichtigsten Meilensteine der  Allgemeinen Feuerwehr - Schwarz

Die wichtigsten Meilensteine und Ereignisse der Freiwillige Feuerwehr Weinheim - Blau


1500

In Nürnberg existierte die leistungsfähige Feuerspritzenmanufaktur Rotgießer. Diese fertigte Gussteile für kleine Stock- und Handspritzen.
 
 

1518

Entwicklung der ersten Stoßspritze, die als Druckpumpe das stoßweise Abgeben eines Wasserstrahls durch ein Wenderohr ermöglichte. Doch war diese Stoßspritze wegen der geringen technischen Kenntnisse und der hohen Kosten praktisch nur in wenigen Orten zu finden und blieb zu unbeweglich, um ohne großen zeitlichen Aufwand an der Brandstelle einzutreffen.


1550 

Georg Agricola, Stadtarzt zu St. Joachimsthal, stellt in seinem Bergwerksbuch „De re metallica“ eine vollständige Löschstation in einem Bergwerk mit Messinghandspritze, Einreißhaken, Ledereimer und langstieligem Hammer vor.


  1556

Nach der Überlieferung soll Weinheim durch einen „furchtbaren Brand“ fast völlig zerstört worden sein. Eine Bestätigung dieser Katastrophe sind die Jahreszahlen an den Torbögen, Fensterstürzen und Türgewändern aus der zweiten Hälfte des 16. Jahrhunderts. Hauptsächlich finden wir diese Jahreszahlen in dem Stadtteil Gerberbach, in dem der Brand besonders gewütet haben soll. Dies ist bei dem eng bebauten Stadtviertel leicht begreiflich.

 

1566 

Herzog Christoph von Württemberg lässt zur besseren Löschwasserversorgung seiner Residenz in Stuttgart, den Nesenbach durch den mehrere kilometerlangen „Christophstollen“ aus dem Glemstal zuführen.


1569 

Jacques Besson, Mathematiker und Ingenieur aus Orleans, stellt in seinem Maschinenbuch eine große, fahrbare Feuerspritze vor. Der Kolben wird durch eine Schraubenspindel mit Handkurbel in den Zylinder gedrückt. Zum Füllen dient ein Trichter mit Absperrhahn, der auf das Mundstück eingesetzt ist.


1617

Im Jahre 1617 wurden auf Anordnung der kurpfälzischen Amtskeller die Strohdächer wegen zu „großer Feuersgefahr“ im ganzen Stadtgebiet in Weinheim verboten.


1618

Im Jahr 1618 wurde die erste genaue Feuerlöschordnung erlassen.

 

1758 

Am 25. September gründete Karl Friedrich - Markgraf zu Baden-Durlach - für sein damals etwa 90.000 Einwohner zählendes Ländchen eine „Brand-Assecurations-Sozietät“, aus der die heute badische Gebäudeversicherungsanstalt hervorgegangen ist.


1761 

Im Jahre 1761 wurde in München von Wagnermeister Birner die erste Schiebeleiter konstruiert und gebaut.


1765 

Der fränkische Leinwebermeister Franz August Parsch beginnt mit der Fertigung von Wassereimern aus rohem Leinen, die als Löscheimer einen guten Absatz finden.


1772

Stadtphysikus Dr. Johann Friedrich Glaser aus Suhla entwickelte eine Rauchschutzmaske, an der vor dem Mund ein Lederschlauch angebracht ist, der bis an den Boden herabhängt.


1795

Friedrich Volkmar in Eiderstedt machte den Vorschlag, Heustöcke durch eine hineingesteckte Eisenstange auf Selbstzündung zu kontrollieren. Die Innen-Temperatur des Heustocks sollte mit der Hand an der gut wärmeleitenden Stange gefühlt werden.


1798

Anschaffung der ersten fahrbaren Spritze in Weinheim. Die Kosten dieser Anschaffungen wurden auf die Hausbesitzer umgelegt. Die Spritze kostete damals etwa 1.500 Gulden.

 

1842

Im Jahr 1842 zeigte der Große Brand von Hamburg, wie schlecht es um die Brandbekämpfung im damaligen Deutschland stand. Obwohl Hamburg mit seinen mehr als tausend nebenberuflichen „Wittkitteln“ mehr als vierzig Spritzen und dem vielfältigen Wasserzugang in seiner Fluss- und Hafenlage praktisch von allen großen Städten am Besten vorgesorgt hatte, brannte trotz Unterstützung aus allen umliegenden Ortschaften ein Drittel der Stadt ab. Die temporären Feuerlöschanstalten ohne sofortige Alarmierung und ohne gründliche Ausbildung waren dem Brand nicht gewachsen.


1847

Im Jahr 1847 wurde das in Karlsruhe gefundene neue, von der militärischen „Landwehr“  abgeleitete  Wort  „Feuerwehr“ (kurzzeitiger Vorläufer: „Feuerlandwehr“) verwendet. Eine Generation lang hielt sich die Bezeichnung „militärische“ Feuerwehr, was zahlreiche Einzelbegriffe wie z.B. „Wasser marsch“, „abprotzen“ und „Löschangriff“ zur Folge hatte, die noch heute bekannt sind bzw. noch heute gebraucht werden.


1816

Im Jahr 1816 verlangte das badische Bezirksamt Weinheim die Aufstellung einer neuen Brandordnung für die Stadt. Nach dieser Brandordnung war der Stadtrat verpflichtet, mit aller Strenge über die Handhabung die „Abwendung von Feuersgefahr bezweckenden Verordnung zu wachen“. Der Großherzogliche Oberamtmann des Großherzogtums Baden erließ am 30. November 1816 für die Amtsstadt Weinheim die neue Brandordnung. Zweimal im Jahr, nämlich im Herbst und im Frühjahr sollte eine allgemeine Feuerschau durchgeführt werden. Dabei wurde überprüft, ob die Schornsteine richtig gefegt und die Feuerstätten in einem guten Zustand waren. Beim Neubau einer Feuerstätte ist streng darauf zu achten, dass Kamine, Backöfen, Herde, Kesselhäuser und Feueressen nicht der Willkür der Erbauer und Eigentümer überlassen waren. Der Eigentümer hatte die Feuerschau zuvor anzuzeigen. Die Baukommission prüfte und entschied je nach Zustand darüber. In der Nähe von Scheunen, Heuböden und Schuppen durfte keine Feuerstätte erbaut werden. Bereits Bestehende mussten entfernt werden. Es war verboten, Holzspäne und Asche auf dem Speicher auszuschütten und zu lagern. Allen Einwohnern war verboten, an Kaminen und Öfen Holz zu dörren oder mit brennenden Holzstücken über die Straße zu gehen und bei „heftigem Winde Tabak anzubrennen“. Das Rauchen in Stallungen, Scheunen und Heuböden war gänzlich untersagt. Das Hanf- und Flachsdörren war grundsätzlich in und um die Stadt verboten. Eine Flachsdarre befand sich im Hohlweg beim Aufgang zur Burgruine Windeck, in der sogenannten Lößhohl. Das Einlagern von nassem Heu in Scheunen war ebenso nicht gestattet, wie das Abhalten von Johannisfeuer, das Schießen in der Stadt bei Hochzeiten, Kindstaufen, Neujahr und sonstigen Anlässen. Alle Einwohner der Stadt Weinheim wurden unter „angemessener Strafe ermahnt, auf die Verhütung eines Brandunglückes durch genaue Wachsamkeit über den Gebrauch des Feuers und der leicht entzündliche Stoffe ihre vorzügliche Sorgfalt zu richten.

  

1816-1861

Das gesamte Feuerwehrwesen der Stadt Weinheim wurde in einer Feuerlöschanstalt zusammengefasst. Der Stadtrat war verpflichtet, die Anschaffung und Unterhaltung der nötigen Feuerlöschgeräte, wie Feuerleitern, Feuerhhaken, Feuerspritzen und Schläuchen zu leisten. Ferner hatte der Stadtrat dafür Sorge zu tragen, dass bei starker Kälte die Bäche an mehreren Stellen täglich aufgeeist wurden. Pechkränze, Pechfackeln, Pfannen und Feuereimer wurden damals im Rathaus der Stadt aufbewahrt. Bei Feueralarm hatten sämtliche Einwohner „sogleich Lichter an ihre gegen die Straße ziehenden Fenster zu stellen und zu unterhalten.

 

1840

Im Jahr 1840 kaufte die Stadtgemeinde Weinheim eine neue fahrbare Spritze, die sogenannte Landspritze.

 

1847

Im Jahr 1847 erweiterte Wilhelm Platz in Weinheim seine Werkstätte und errichtete eine Maschinenfabrik zum Bau von Feuerspritzen und landwirtschaftlichen Maschinen am Gassenweg.

 

1861

Am 1. November 1861 richteten die Weinheimer Wilhelm Dell, Fild, Titus Kern, Friedrich Krafft, Nichky und R. Sommer, allesamt Mitglieder der Weinheimer Schützengesellschaft, im Saale des Gasthauses „Zur Burg Windeck“ im Müllheimer Tal eine Eingabe an den Gemeinderat der Stadt, „wie notwendig es sei, eine gut geschulte Feuerwehr auch hier in Weinheim zu gründen, wie es in anderen Städten wie Ladenburg und Heidelberg geschehen sei und legten somit den Grundstein zur Gründung der Freiwilligen Feuerwehr Weinheim.

 

1863

Am 16. März 1863 wählte der Gemeinderat den Institutslehrer Heinrich Lamblett vom Benderschen Institut zum ersten Kommandanten der Wehr

 

1874

Im Jahr 1874 sah sich die Stadtverwaltung gezwungen eine Pflichtfeuerwehr aufzustellen. Daraufhin wurde eine neue Feuerlöschordnung für die Stadt Weinheim erlassen. Hierin wurde bestimmt, dass alle angehenden Bürger mindestens sechs Jahre für das Feuerwehrkorps verpflichtet wurden. Alle Bürger hatten bis zum 60. Lebensjahr Hilfe bei Brandfällen zu leisten. Das neue Feuerlöschkorps unterstand dem Großherzoglichen Bezirksamt sowie dem Gemeinderat der Stadt Weinheim. Die Statuten der Wehr bleiben die gleichen.


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1912

Im Jahr 1912 feierte die Wehr ihr 50 jähriges Bestehen. Am Westwochenende vom 15.- 17. Juni begann Samstagmorgen unter Beteiligung der Öffentlichkeit mit einer Kranzniederlegung auf dem Friedhof. Abends um 21.00 Uhr war Zapfenstreich im Gasthaus „Zur Burg Windeck“, wo sich einst die Mitglieder der Weinheimer Schützengesellschaft trafen, um die Feuerwehr zu gründen. Ein Fackelzug führte vom Müll in die Stadt „Zum Schwarzen Adler“, wo das Festbankett stattfand. Die Feuerwehrkapelle unter Leitung von Dirigent Müller, leitete das Festbankett ein. Kommandant Kinzel begrüßte die Festversammlung und Professor Rohrschneider hielt die Festansprache. Geheimer Regierungsrat Karl Steiner, Großherzoglicher Oberamtmann zu Weinheim, beglückwünschte die Wehr mit folgendem Worten: „Feuerwehr und Oberamtmann gehören zusammen“! Sonntag Morgens fand am Schulhaus I (ehemalige Dürreschule) eine kombinierte Übung der Feuerwehr und der Sanitätskolonne statt. Anschließend war der Festakt zum Jubiläum auf dem Gymnasiumhof. Dabei erhielt Kommandant Philipp Kinzel aus den Händen von Bürgermeister Dr. Wettstein den Orden vom Zähringer Löwen. An dem stattlichen Festzug zum 50 jährigen Jubiläum der Weinheimer Feuerwehr beteiligten sich 65 Feuerwehrkorps mit über 2000 Feuerwehrleuten.

 

1923

Im Jahr 1923 wurde eine Lafettenmotorspritze mit 1000 Liter Leistung von Minute beschafft.

 

1926

Im Jahr 1926 wurde ein kombiniertes Tanklöschfahrzeug mit eingebautem Schaumlöschgenerator beschafft.

 

1928

Im Jahr 1928 wurde eine mechanische Schiebeleiter mit 12 m Steighöhe beschaftt.

 

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1932

Im Jahr 1932 wurde ein Tempokraftfahrzeug mit TS 8 beschafft.

 

1936

Im Jahr 1936 wurde eine Anhängeschiebeleiter mit 17 m Steighöhe beschaft.

 

1936

Im Jahr 1936 fand die Neuanschaffung der „Anlage der fernmündlichen Feuermelder, in Verbindung mit der Weckerlinie“, in Weinheim statt. Diese neue technische Einrichtung bedeutete im Alarmwesen eine umwälzende Neuerung, die sich damals segensreich auf die Stadt Weinheim auswirkte.

 

 


1941

Am 14. Mai 1941 war der erste Kriegseinsatz der Weinheimer Wehr nach dem Bombenangriff auf die Fabrikanlagen BBC in Mannheim-Käfertal. Bei diesem Einsatz zeigte es sich, dass die Schlagfertigkeit der Wehr nur dann garantiert werden konnte, wenn die Feuerwehrmannschaft ständig in Alarmbereitschaft gehalten wurde. Daraufhin wurde die Weinheimer Feuerwehr in drei Löschzüge mit je einem Führer eingeteilt. Jeder Löschzug war getrennt untergebracht. Der erste im städtischen Bauhof, der zweite in der Dürreschule und der dritte in der Friedrichschule. Die Mannschaften schliefen bei Alarmbereitschaft in Notquartieren, um sofort einsatzbereit zu sein.

 

1947

Im Jahr 1947 konnte die Wehr ihr 85jähriges Jubiläum feiern und verstand es, trotz der schweren Nachkriegszeit, dieses Fest würdig zu gestalten.

 

1952

Vom 7. bis 9. Juni 1952 fand das 90jährige Jubiläum der Weinheimer Wehr statt, an welchem sich zahlreiche auswärtige Wehren, die Stadt- und Landkreisverwaltung und die Bevölkerung von Weinheim beteiligten. Nach dem Festbankett in der Stadthalle stellten sich die Wehrmänner in der Birkenauer Talstraße zum Fackelzug auf, welcher durch die Hauptstraße und Marktplatz zum Festplatz auf dem Jahnplatz führte. Sonntagmorgens fand die große, historische Feuerwehrübung vom Ledereimer zur Motorspritze -in drei Teilen- auf dem Marktplatz am alten Rathaus statt. Die erste Übung mit der ältesten Weinheimer Feuerspritze sowie der Stadtspritze mit Beiwagen für Rettungsmannschaften wurden bei dieser Übung eingesetzt. Der Verein „Alt-Weinheim“ stellte Bürger und Bürgerinnen in Alt-Weinheimer Tracht, welche mit Feuereimern und Kübeln das Wasser zum Spritzen herbeischafften, da früher in Weinheim keine Wasserleitungen vorhanden waren. Auch die pferdebespannte Landspritze wurde bei dieser Übung eingesetzt. Bei der zweiten Übung kamen bereits Hydrantenwagen und die Schiebeleiter zur Anwendung. Der Feuerschutz hatte gute Fortschritte gemacht. In der dritten Übung standen die Lafetten-Motorspritze mit 1000 Liter Leistung in der Minute, die Tragkraftspritze, die mechanische Schiebeleiter AL mit 12 Meter Steighöhe und die Automobil-Drehleiter mit 26 Meter Steighöhe zur Verfügung. Diese großzügig angelegte historische Feuerwehrübung zeigte den Fortschritt des Feuerwehrwesens in den vergangenen 90 Jahren. Mittags bewegte sich der große historische Festzug mit den einzelnen Löschgruppen und Geräten seit der Gründung der Wehr mit 2600 Feuerwehrmännern, 15 Kapellen und 25 Spielmannszügen, die zum Fest gekommen waren, durch die Stadt zum Jahnfestplatz.

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1956

Im Jahr 1956 trat das neue Feuerwehrgesetz in Kraft.

Am 14. April 1956 fand unter Beteiligung namhafter Persönlichkeiten des öffentlichen Lebens die Schlüsselübergabe des neuen Feuerwehrgerätehauses in der Grundelbachstraße statt. Die Stärke der Wehr betrug zu diesem Zeitpunkt 199 Mann.

Am 29. Juni 1956 eine außerordentliche Hauptversammlung der Wehr statt. Dabei wurde Karl Kreis sen. 1. und Hermann Franzmann sen. als zweiter Kommandant der Wehr gewählt.

 

1957

Im März 1957 wurde die Fabrikationsanlage der Firma Drei Glocken fast vollständig durch einen Brand zerstört.

 

1958

Der Hubschrauberabsturz am 28. März 1958 im Gorxheimer Tal forderte das ganze Können der Wehr.

 

1962

100 Jahre Freiwillige Feuerwehr Weinheim. Am 6. bis 9. Juli 1962 fand das große Jubiläumsfest statt.

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1963

Im Jahr 1963 fand die Einweihung der neuen Gerätehalle auf der Waidsiedlung, die in Eigenleistung der Kameraden gebaut worden ist, statt.

Des Weiteren konnten die ersten vier Funksprechgeräte -als Spende der Firma Carl Freudenberg- angeschafft werden.

In diesem Jahr wurde die Patenschaft mit der finnischen Feuerwehr aus Kerava begonnen. Eine Abordnung unter Feuerwehrpräsident Arokanto besuchte vom 30.04. bis 03.05.1963 unsere Wehr. Der Familienabend, diesmal in die Fastnachtszeit fallend, wurde mit einer Prunksitzung des Karnevalvereins „Schlabbdewel“ gefeiert. Das alljährlich auf der Weidesiedlung durchgeführte Sommernachtsfest feierte Premiere.

 

1967

Das Jahr 1967 war geprägt von der Technisierung des Meldewesens innerhalb der Feuerwehr. Die Weckerlinie, 1936 als technisches Spitzenprodukt eingebaut, genügte den Anforderungen der Zeit nicht mehr. Die Wehr konnte die ersten 50 Funkmeldeempfänger in Betrieb nehmen. Die Weinheimer waren somit als eine der ersten Feuerwehren im Kreis mit diesem neuzeitlichen Kommunikationsmittel zur stillen Funkalarmierung ausgerüstet. Die Funkmeldeempfänger bewährten sich.

 

1971

Im Jahr 1971 gab es einen Führungswechsel innerhalb der Feuerwehr. Der bisherige zweite Kommandant Dieter Neitzel wurde zum Kommandanten der Wehr gewählt. Neitzel ist somit der 15. Kommandant der Weinheimer Feuerwehr. Die magische Grenze von 100 Einsätzen wurde 1971 erreicht.

 

1972

Im Jahr 1972 kam es durch die Gemeindereform in Baden-Württemberg zum Zusammenschluss der Freiwilligen Feuerwehr Weinheim mit den Abteilungen Innenstadt, Hohensachsen, Lützelsachsen, Ritschweier, Rippenweier, Oberflockenbach und Sulzbach. In den Eingliederungsverträgen war festgelegt, dass die Feuerwehren diese Stadtteile als selbständige Abteilungen in die Feuerwehren einzugliedern seien.

Am 31.03. 1972 brannte der Intercityzug „Prinzregent“ auf der Fahrt zwischen Heidelberg und Frankfurt in Höhe Weinheim. Der Schaden belief sich auf ca. 50.000,-- DM.

 

1979

Am 02.08.1979 war der Großbrand in der Firma Naturin. Eine Produktionslinie brannte komplett ab.

 

1987

Im Jahr 1987 feierte die Wehr ihr 125 Jähriges Jubiläum, wo auch zum Landesfeuerwehrtag Bundeskanzler Dr. Helmut Kohl zugegen war.

Hier finden Sie die > Historischen Gruppenbilder und einen Film von der > Historischen Übung auf dem Amtshausplatz

 

1989 

Erste Feuerwehrfrau - Als erste weibliche Angehörige der Jugendfeuerwehr Weinheim begrüßte Stadtbrandmeister Peter Odenwälder und Jugendfeuerwehrwart Rolf Tilger die 16-jährige Rosemaria Maaß in den Reihen der männlichen Feuerwehrangehörigen.

 

1990

Stadtbrandmeister Peter Odenwälder musste aus gesundheitlichen Gründen sein zwei Jahre zuvor angetretenes Amt leider zum Bedauern der Feuerwehrmänner abgeben.

Anlässlich einer außerordentlichen Jahreshauptversammlung der Freiwillige Feuerwehr Weinheim wurde Hermann Franzmann zum Kommandant, Reinhold Albrecht zum stellvertretenden Kommandanten sowie Bernd Dittes zu einem weiteren stellvertretenden Kommandanten gewählt.

 

1994

Eine länderübergreifende Katastrophenschutzübung fand am 7. Mai 1994 in Weinheim statt. Ca. 400 Helfer der Feuerwehr des Rettungsdienstes, der Polizei, der Stadt Weinheim und des Rhein-Neckar-Kreises übten den Aufbau und den Betrieb einer Notfallstation nach einem angenommenen Philippsburg Störfall.

Auf große Reise gingen die Jugendlichen der Jugendfeuerwehr Weinheim. Aufgrund einer Einladung des chilenischen Feuerwehrverbandes weilte eine Gruppe der Innenstadtwehr zehn Tage in Chile.

Im Rathaussaal ging ein langgehegter Wunsch in Erfüllung. Durch die Unterzeichnung einer Partnerschaftsurkunde am 04.09.1994 beschließt die Freiwillige Feuerwehr der Lutherstadt Eisleben und die Freiwillige Feuerwehr der Stadt Weinheim die freundschaftliche Zusammenarbeit auf dem Gebiet des Feuerlöschwesens. Eigens aus Eisleben angereist waren der Wehrführer Wolfgang Hochmuth, Bürgermeister Peter Pfützner sowie Amtsleiter Rheinländer.

 

1998

Trauer um Hermann Franzmann -Weinheims Stadtbrandmeister verstarb völlig überraschend im Alter von 57 Jahren- so titulierte die Weinheimer Nachrichten am 31.07.1998. Hermann Franzmann, der sich besonders für die Jugend- und Ausbildungsarbeit engagiert hatte, übernahm das Amt des Stadtbrandmeisters im Jahr 1990. Viele Jahre zuvor war er in leitender Funktion in der Weinheimer Feuerwehr tätig. Von 1974-1986 war er über die Landesgrenzen hinaus als Landesjugendfeuerwart von Baden-Württemberg im Amt.

Die außerordentliche Hauptversammlung der Freiwilligen Feuerwehr Weinheim fand am 23.10.1998 in der Aula der Gewerbeschule statt. Von 164 abgegebenen gültigen Stimmen entfielen auf Reinhold Albrecht 163, der fast so einstimmig zum neuen Kommandanten der Freiwilligen Feuerwehr Weinheim gewählt wurde.

 

1999

Im Jahr 1999 wurden erstmalig Objektbegehungen für Zug- und Gruppenführer der Feuerwehr eingeführt. An acht zusätzlichen Übungstagen wurden verschiedene öffentliche Gebäude und Industrieanlagen in Weinheim besichtigt.

Am 1. Juli 1999 war es auch bei der Feuerwehr soweit: Die Feuerwehr präsentiert sich im Internet. Anlässlich der Vorstellung der Homepage der Freiwilligen Feuerwehr Weinheim gab Oberbürgermeister Uwe Kleefoot auf der Wache Süd den Startschuss dazu.

Die erste gemeinsame Übung aller Feuerwehrabteilungen fand am 2. Juli auf dem Katharinenhof in Oberkunzenbach in Ritschweier statt.

Die Partnerschaft zwischen den Feuerwehren der Stadt Weinheim und der Lutherstadt Eisleben feiert das fünfjährige Jubiläum. Aus diesem Anlass wurde von Oberbürgermeister Uwe Kleefoot, Bürgermeister Rudi Glock, Referatsleiter Frank Werner aus Eisleben sowie Stadtbrandmeister Reinhold Albrecht und Wolfgang Hochmuth symbolisch ein Amberbaum gepflanzt.

Die Eröffnung des Saukopftunnels wurde vom Regierungspräsidium auf den Dezember festgelegt. Bereits im Juni konnte die Weinheimer Feuerwehr sich für den Ernstfall wappnen.

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2000

Zum 125 jährigen Jubiläum der Feuerwehr der Lutherstadt Eisleben nahm eine Delegation der Weinheimer Feuerwehr teil.

Der erste Brand im Saukopftunnel ereignete sich am 24. August 2000. Ein Großaufgebot von Feuerwehren aus der Region war gemäß Alarmplan ausgerückt um den Brand zu bekämpfen.

 

2001

Das Jahr 2000 begann mit einer gravierenden Änderung innerhalb der Freiwilligen Feuerwehr Weinheim. Nach Wünschen der bisherigen selbständigen Feuerwehrabteilung Lützelsachsen und Hohensachsen sollen diese als gemeinsame Feuerwehrabteilung Lützelsachsen-Hohensachsen zusammengeführt werden. Die notwendigen organisatorischen Voraussetzungen wurden geschaffen. Der Gemeinderat der Stadt Weinheim hat in seiner Sitzung am 31. Januar die Zusammenlegung beraten und für gut befunden. Der Beschluss des Rates erfolgte einstimmig.

Der erste gemeinsame Feuerwehrball aller Weinheimer Feuerwehrabteilungen fand am 27. Oktober in der Keltensteinhalle im Ortsteil Rippenweier statt.

Ein weiterer Meilenstein wurde durch den Ausschuss für Technik und Umwelt der Stadt Weinheim getätigt. Dem Entwurf des Bebauungsplanes „Neue Feuerwehrwache“ wurde zugestimmt. Die öffentliche Auslegung erfolgte. In der Sitzung am 14. Februar wurde das Büro Fuchs mit der Planung beauftragt.

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2004

Zum Jahresbeginn 2004 wird dem Bürgermeister a.D. und ehemaligem Feuerwehrdezernenten Rudi Glock eine große Ehre zu Teil. Auf Grund seiner Verdienste um das Feuerwehrwesen wird er nach Kurz Weber und Eugen Koch zum Ehrenmitglied der Freiwilligen Feuerwehr Weinheim ernannt.

 

2005

Bei einem Großbrand im Breitwieserweg standen die Dachstühle von gleich drei Häusern beim Eintreffen der Feuerwehr bereits in hellen Flammen. Erst nach über zwei Stunden konnte das Feuer gelöscht werden.

Umzugsstress bringt der Oktober für die Feuerwehr Weinheim Abteilung Stadt. Trotz voller Einsatzbereitschaft werden bereits seit Anfang des Monats Kisten gepackt und für den großen Umzug bereitgestellt. Am 29.10.2005 ist es dann endlich soweit. Nach knapp 13 Monaten Bauzeit wird das neue Feuerwehrzentrum in Betrieb genommen. An diesem Tag fahren alle 20 Fahrzeuge der Wehr mit Blaulicht und Sirene im Konvoi ein letztes Mal von der Grundelbachstrasse los und direkt in ihr neues Heim in der Bensheimer Strasse. Nach 50 Jahren am alten Standort ist die Familie Feuerwehr nun umgezogen.

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2006

Ein Großbrand hält im April fast 150 Feuerwehrleute in Atem. In einer Lagerhalle mitten im Wohngebiet bricht ein Feuer aus und kann erst nach Stunden gelöscht werden. Die Lagerhalle fällt dem Brand komplett zum Opfer und es entsteht ein Sachschaden von ca. 500.000  €.

Im Mai fand der erste Tag der offenen Tür im neuen Feuerwehrzentrum statt. Voller Stolz präsentieren die Blauröcke der Abteilung Stadt den Besuchern nicht nur das neue Domizil, sondern auch die Fahrzeuge und verwöhnen mit kulinarischen Köstlichkeiten.

Nie vergessen werden die Männer und Frauen der Weinheim Feuerwehr den 24.12.2006. An diesem Tag wurde zunächst gegen 23 Uhr die Abteilung Stadt zu einem Wohnhausbrand alarmiert. Doch bereits auf der Anfahrt wurde das ganze Ausmaß dieses Einsatzes ersichtlich, da schon von weitem die Rauchwolke zu sehen war. Daraufhin erfolgte umgehend die Alarmierung weiterer Einsatzkräfte und schließlich waren alle Abteilungen der Weinheimer Feuerwehr an diesem Einsatz beteiligt. Schnell wurde klar, dass es sich bei diesem Gebäude um das Haus des ehemaligen Bürgermeisters der Stadt Weinheim und seiner Frau handelte. Trotz aller Bemühungen konnten weder er noch sein Frau gerettet werden und fallen Flammen und Rauch zum Opfer. Eine Angestellte des Ehepaares konnte sich nur durch einen Sprung aus dem Haus retten und kam schwerverletzt in ein Krankenhaus. Das Gebäude brannte komplett aus und wurde später abgerissen.

 

2007

Bedrückte Stimmung unter den Kameraden. Im Dezember 2007 begannen die Abrissarbeiten am Alten Feuerwehrhaus. Nach 50 Jahren verschwand ein Stück Weinheimer Geschichte aus dem Stadtbild und macht Platz für einen Neubau. Von hinten her wurde das einstige Zuhause der Innenstadtwehr zerlegt und abgetragen.

 

2008

In den frühen Morgenstunden am 14.01.2008 wurde der Schlauchturm der alten Feuerwache mit Hilfe eines Baggers als letzter Überrest dem Erdboden gleichgemacht

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  2009

Spektakulär wurde es im August. Ein geistig verwirrter Mann zündete eine Handgranate in einem Weinheimer Wohngebiet und weitere Sprengsätze in Viernheim. Da weitere Sprengsätze in Weinheim vermutet wurden, wurde das betroffene Gebiet evakuiert. Ein Löschzug der Feuerwehr stand bereit, um im Ernstfall sofort zur Stelle sein zu können.

 

2010

Auch die Stadt Weinheim musste im Angesicht der Wirtschaftskrise auf die Schuldenbremse treten. So machte der Sparzwang ebenfalls vor der Feuerwehr nicht halt und es standen im Februar erstmals Ersatzbeschaffungen auf der Streichliste der Stadtverwaltung.

 

Im April wurde ein Projekt mit dem Namen „Brandschutz für Senioren“ ins Leben gerufen. Die Vorträge sind speziell auf die älteren Mitbürger abgestimmt und zeigen das richtige Verhalten im Ernstfall.

 

2011

Der Ehrenkommandant und langjährige Stadtbrandmeister Dieter Neitzel verstirbt mit 87 Jahren. Ein verbunden mit dem Namen Dieter Neitzel war die Gründung der ersten Jugendfeuerwehr Nordbadens im Jahre 1962, sowie die Eingemeindung der Weinheimer Stadtteile.

 

Frischer Wind weht in der Fahrzeughalle der Abteilung Stadt. Im September wird der neue Einsatzleitwagen in Dienst gestellt und ersetzt seinen 27Jahre alten Vorgänger. Das Fahrzeug ist mit der neuesten Technik ausgestattet, die zum koordinierten Abwickeln eines Einsatzes notwendig ist.

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Im November wird das Jubiläumsjahr zum 150jährigen Bestehen der Feuerwehr Weinheim eingeläutet. Am ehemaligen Gasthaus „Zur Burg Windeck“ im Stadtteil Müll enthüllen Oberbürgermeister Bernhard, Feuerwehrdezernent Thorsten Fetzner, Stadtbrandmeister Reinhold Albrecht und Abteilungskommandant Patrick Müller eine Gedenktafel. Mit dieser Tafel wird an die Anfänge der Weinheimer Wehr erinnert, die vor 150 Jahren genau an dieser Stelle von der Weinheimer Schützengesellschaft gegründet wurde und somit den Brandschutz in der Zwei-Burgen-Stadt ins Leben rief.

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Erstmals in der Geschichte der Weinheimer Feuerwehr erhalten zwei Angehörige der Wehr die Ehrennadel der Stadt Weinheim. Hans Baumann und Erwin Fath werden von Oberbürgermeister Bernhard für ihre Verdienste um das Feuerwehrwesen im Rahmen einer kleinen Feierstunde ausgezeichnet.


2012